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Ein Bericht von Berthold Winkelmann

Der Morgen beschert uns im Mai ein kräftiges Frühjahreshoch, das wir natürlich ausnutzen. Es geht  bei herrlichem Sonnenschein um 8 Uhr los. Die Boote sind schon gepackt und wir fahren über die A 31 zur Paddel- und Pedalstation nach Westgroßefehn, das in der Weite des Fehntjer-Tief-Gebietes liegt. Westgroßefehn ist besonders schön wegen seines Ensembles aus Mühle, Schleuse, Fehnmuseum und einigen guterhaltenen Häusern direkt am Kanal (1). Der Ort ist aber gar nicht so leicht zu finden und wir irren ein wenig durch die Gegend, weil hier ja jede größere Hausansammlung irgendwie Großefehn heißt, bis wir die angepeilte Station gefunden haben. Aber hier sieht es gar nicht nach einer Paddel- und Pedalstation aus, und nach kurzem Kontakt zu einem mehr oder weniger freundlichen Anwohner erfahren wir, dass die Station zwischenzeitlich an das Timmeler Meer nahe dem Freibad verlegt worden ist. Den Anwohnern war es dann am Ende auch wohl zu viel Traffic geworden. Also weiter zum Timmeler Meer und dort zum Freibad, was dann aber gut zu finden ist. Hier am Freibad Timmeler Meer gehen wir rechts vor dem Eingang durch einen Gang zum Strand und lassen dort seitlich am Badestrand die Boote ins Wasser. Das Auto bleibt auf dem nahen, kostenlosen Parkplatz stehen.  Gut das wir einen Bootswagen dabeihaben. Das Timmeler Meer ist ein beliebtes Freizeitgebiet und an Wochenenden ist mit vielen Badetouristen zu rechnen. Wir haben aber frühmorgens Glück und sind fast alleine am Sandstrand. Hier lassen wir die Kajaks zu Wasser und starten gleich durch. Die Flüsse, die hier Tiefs heißen, bestehen aus Hauptachsen und Querverbindungen, weswegen man hier schöne Rundkurse paddeln kann, ohne ein Auto umzusetzen. Die Fehntjer-Tiefebene ermöglicht eine Fülle verschiedenster Touren bis hin zur Ems. Ein Paradies für jene, die den rauen Charme des Nordwestens mögen (2). Nach ein paar Minuten haben wir das Timmeler Meer durchpaddelt und biegen nach rechts in das Ayenwolder Tief ein und passieren den Hafen von Timmel. Heute ist Flohmarkt und schon früh am Morgen viel los. Wir halten uns aber nicht auf und biegen nach weiteren 2 km links in das Rorichumer Tief ein. Einsam ist es hier und oft sind die Ufer dicht bewachsen.  Durch die niedrigen Ufer können wir aber manchmal weit ins platte Land schauen. Die blauen Hinweisschilder zeigen verschiedene Paddelziele und die ungefähre Paddelzeit an. Eigentlich ganz praktisch, aber wir haben unser eigenes Tempo und natürlich auch eine gute Gewässerkarte dabei. Ohne diese kann man sich regelrecht verfahren. Unser gewählter Rundkurs führt uns weiter über die rechts abzweigende Heuwieke und über das hier noch einsamere Fehntjer Tief, dessen Stille nur durch unsere gleichmäßigen Paddelschläge unterbrochen wird, zurück zum Timmeler Meer. Ab dem Abzweig Heuwieke wird es für ein kurzes Stück durch Motorboote lebhafter, was aber dann schnell wieder vorbei ist und die Ruhe nicht weiter stört. Unterwegs treffen wir sogar eine kleine Gruppe Paddler. Wir begrüßen uns mit einem freundlichen „Ahoi“ und schon sind wir vorbei und wieder alleine. In diesem oberen Bereich von Rorichumer und Fehntjer Tief besteht ein Anlandeverbot. Das muss bei den Pausen unterwegs berücksichtigt werden, da es auf dieser Etappe nur eine gekennzeichnete Pausenstelle am Abzweig zur Heuwieke gibt. Nach guten 23 Paddelkilometern erreichen wir wieder den Strand am Timmeler Meer, der zwischenzeitlich mit Badegästen gefüllt ist. Die Paddel- und Pedalstation mit ihrem Bootsverleih hat alle Hände voll zu tun, und das Meer füllt sich langsam mit Booten jeglicher Art. Wir beenden hier am frühen Nachmittag unsere Tour, und geht es wieder zurück nach Hause, aber nicht ohne vorher Fischbrötchen und Kuchen genossen zu haben. Die An- und Abreise von mind. 4 Stunden ist zwar nicht ohne, aber wir nehmen es sportlich und gelohnt hat es sich allemal. Beim nächsten Besuch im Fehngebiet bleiben wir aber sicher ein ganzes Wochenende.


(1)     Aus Kanuwandern im Weser-Emsgebiet von Horst Teigeler
(2)     Aus Kanuwandern im Weser-Emsgebiet von Horst Teigeler

 

Bilder und Text: Berthold Winkelmann